03.06.2016 | Vertrauen in Konjunktur schwindet – Übernahmehunger bleibt

Die Zuversicht in der weltweiten Wirtschaft nimmt ab. Insbesondere deutsche Großunternehmen äußern sich aktuell deutlich zurückhaltender zur weltweiten konjunkturellen Entwicklung als noch vor einem halben Jahr. So glauben hierzulande nur noch 22% daran, dass sich die Weltwirtschaft verbessern wird. Das ist ein deutlicher Einbruch gegenüber dem Oktober 2015, als mit 95% fast jedes Unternehmen eine Verbesserung der weltweiten Wirtschaftslage erwartete. Weltweit erwarten noch 37% eine Verbesserung der Weltwirtschaft.

Die Pläne für Übernahmen und Fusionen berührt dies jedoch kaum: Sie bleiben auf hohem Niveau. Sowohl in Deutschland als auch weltweit will genau die Hälfte der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten Zukäufe tätigen. Das bedeutet zwar jeweils einen leichten Rückgang im Vergleich zu den Rekordwerten aus dem vergangenen Herbst, als weltweit 59% der Unternehmen zukaufen wollten und in Deutschland 56%, markiert aber immer noch den dritthöchsten Wert der vergangenen fünf Jahre.

Die tatsächlichen Transaktionswerte erreichten 2015 Rekordniveau. So gaben die Unternehmen weltweit 2,7 Billionen Euro für Fusionen und Übernahmen aus, das entspricht einer Steigerung um 45% gegenüber dem Vorjahr. Auch in Deutschland stieg das Volumen deutlich – wenn auch nicht ganz so stark – um 12% auf knapp 127 Mrd. Euro. Damit macht sich ein Trend zu größeren Transaktionen bemerkbar, denn die Zahl der Transaktionen stieg weltweit nur um vier Prozent auf knapp 33.000 und stagnierte in Deutschland sogar bei 1.947 (Vorjahr 1.949).

Der durchschnittliche Transaktionswert liegt damit so hoch wie noch nie: Weltweit ließen sich die Käufer eine Übernahme im Durchschnitt 83 Mio. Euro kosten, in Deutschland gaben sie durchschnittlich 65 Mio. Euro aus.

Quelle: Corporate Finance weekly