28.04.2015 | PE-Giganten greifen öfter zu Minderheitsbeteiligungen

Minderheitsbeteiligungen durch Private-Equity-Investoren sind einer Stichprobe von Boston Consulting zufolge auf dem Vormarsch: Haben solche Deals von 2004 bis 2007 noch 13 Prozent aller Beteiligungen im Private-Equity-Sektor ausgemacht, waren es seit 2007 schon 27 Prozent. 

Für die Studie wurden allerdings nur die Deals der sieben großen PE-Investoren KKR, BC Partners, CVC, Cinven, Blackstone, Apax und Warburg Pincus ausgewertet. Besonders aktiv bei Minorities seien mit 25 bis 40 Prozent pro Jahr Blackstone und Warburg Pincus gewesen, so die Studie.

Diese Entwicklung ist vor allem auf zwei Trends zurückzuführen. Zum einen auf eine steigende Anzahl Transaktionen in Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen Minderheitsbeteiligungen öfter vorkommen. Und zum anderen auf den vor allem in den USA zu beobachtenden Trend, dass Investoren im Tech-Sektor schon in der Wachstumsphase zugreifen. In Deutschland, wo die großen Fonds längst nicht so aktiv sind wie in den USA, zeigt sich der Trend zu Minderheitsbeteiligungen freilich deutlich weniger stark.

Als Knackpunkt bei Minderheitsbeteiligungen gilt, dass der Eigentümer sich oft nur Kapital beschaffen will, der Investor aber daran interessiert ist, die Strategie mitzubestimmen. So erbeten sich PE-Häuser oft Vetorechte und Change-of-Control-Klauseln, die die Hauptgesellschafter nicht bereit sind, einzuräumen.

Bei traditionsreichen Mittelständlern, die in Deutschland der primäre Zielmarkt für Minderheitsbeteiligungen sind, dürfte diese Mentalität deutlich stärker ausgeprägt sein als bei US-Technologieunternehmen. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld haben die Unternehmensinhaber zudem zahlreiche Alternativen, sich Geld zu beschaffen.

Quelle: Finance Magazin