27.01.2015 | MBO’s im deutschen Mittelstand haben 2014 deutlich zugenommen

Der Markt für Management-Buy-outs (MBO) im deutschen Mittelstand hat sich 2014 positiv entwickelt: Im Vergleich zum Vorjahr wurden deutlich mehr Transaktionen und ein insgesamt höheres Volumen registriert. Weiterhin ist die klassische Industrie begehrtes Ziel der Finanzinvestoren: 2014 entfiel rund ein Drittel der MBOs auf Unternehmen der Chemieindustrie, der Automobil-zulieferindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der damit verbundenen industriellen Dienstleistungen. Das zeigt eine Statistik, die die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) kürzlich veröffentlicht hat. In der Statistik berücksichtigt werden ausschließlich Transaktionen, in denen Finanzinvestoren Unternehmen mehrheitlich unter Beteiligung des Managements erwerben und die einen Transaktionswert für das schuldenfreie Unternehmen von 50 bis 250 Mio. € aufweisen.

Die Zahl der Transaktionen stieg dabei von 23 auf 31; der Wert der abgeschlossenen Transaktionen der Finanzinvestoren im deutschen Mittelstand übertraf mit 3,2 Mrd. € das Vorjahresniveau um mehr als 1 Mrd. €. Nach wie vor ist der deutsche MBO-Markt von einem hohen Anteil (19 von 31) sog. Primarys gekennzeichnet, also Buy-outs, in denen sich erstmals ein Finanzinvestor an einem Unternehmen beteiligt; darin sind vier Transaktionen enthalten, in denen mit einem MBO zugleich die Nachfolge in einem Familienunternehmen geregelt wird. Der hohe Anteil an Primary-Transaktionen ist Ausdruck des breiten Mittelstands in Deutschland und zeigt, dass Private Equity für eine hinreichende Zahl an Unternehmen eine attraktive Finanzierungsform ist. „2014 sind uns im Wettbewerb nicht nur strategische Investoren begegnet, sondern, getrieben vom niedrigen Zinsniveau, erstmals in nennenswertem Umfang auch Stiftungen und Family Offices“, kommentierte Torsten Grede, Sprecher des Vorstands der DBAG. 

Nach Auffassung der DBAG ist wesentlicher Treiber im Beteiligungsgeschäft weiterhin die verfügbare Liquidität: Erstens haben Private Equity-Fonds hohe Kapitalzusagen erhalten und müssen diese Mittel nun investieren. Zweitens werden Akquisitionsfinanzierungen in aus reichendem Maße offeriert. „Wir erwarten nicht, dass sich an dieser Situation in der kommenden Zeit etwas Grundlegendes ändert“, sagt Grede weiter.

Quelle: Deutsche Beteiligungs AG