07.01.2015 | Chinas Appetit auf deutsche Firmen so groß wie nie

Chinas Unternehmen entdecken Deutschland zunehmend als Ziel für Einkaufstouren. In 2014 haben Firmen aus dem Reich der Mitte mehr für Übernahmen hierzulande ausgegeben, als für alle Direktinvestitionen im Jahr 2013. Das belegt eine Analyse der Beratungsfirma Gingko Tree Advisors für die "Welt". Die Analysten haben für ihre Auswertung alle großen Übernahmen mit chinesischer Beteiligung im Jahr 2014 untersucht. Insgesamt wechselten dabei Unternehmen im Wert von rund 1,74 Milliarden Euro den Besitzer. Das ist ein neuer Rekordwert.<br /><br />Die chinesischen Käufer haben es wie in vergangenen Jahren vor allem auf Mittelständler aus den traditionell starken Branchen hierzulande abgesehen. Von den 30 registrierten Geschäften, fanden allein 16 in den Branchen Maschinenbau, Industrieausrüster und Automobilzulieferer statt. In acht weiteren Geschäften wechselten Unternehmen aus der Elektrotechnik und insolvente Photovoltaik-Firmen den Besitzer.<br /><br />In früheren Jahren griffen chinesische Firmen häufig zu, wenn es Firmen schlecht ging und sie dringend Investoren brauchen. Auch in Südeuropa kaufen chinesische Unternehmen seit dem Ausbruch der Euro-Krise nach diesem Muster ein. In Deutschland suchen die Investoren aber zunehmend nach Firmen, deren Know-How den Chinesen dabei helfen kann, in der Wertschöpfungskette aufzusteigen. <br /><br />Aus chinesischer Sicht gehört Deutschland aber nicht zu den allerersten Zielen für Investitionen. Zwar sind die ausländischen Direktinvestitionen aus China seit dem Beginn der so genannten "Go Global"-Politik im Jahr 2001 rasant angewachsen und überschritten im Jahr 2013 erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar. Die beliebtesten Investitionsländer aus chinesischer Sicht sind jedoch die USA und Australien, gefolgt von Singapur und Indonesien. Deutschland landet erst auf Rang neun – noch hinter Großbritannien und Luxemburg. In diesen Volkswirtschaften, aber auch den USA, stecken chinesische Investoren aber vor allem Geld in Immobilien und in die Finanzbranche.<br /><br />Quelle: <a href="http://www.welt.de/" rel="nofollow nofollow" target="_blank" class="external-link-new-window" title="Opens external link in new window" external="1" rtekeep="1">www.welt.de</a>