10.05.2017 | Akquisitionsmotive von Unternehmen aus der DACH-Region

Betrachtet man die bestehende Literatur zum Erfolg von Mergers & Acquisitions, so müsste man eigentlich angesichts der negativen Erfolgsquote für die akqui­rierenden Unternehmen von selbiger Maßnahme ab­raten. Gleichzeitig befinden sich Anzahl und Volu­mina der weltweiten Transaktionen auf einem sehr ho­hen Niveau. Es stellt sich somit berechtigterweise die Frage, warum Unternehmen M&A­ Transaktionen durchführen.

Die Ergebnisse der Universität Linz zeigen, dass naturgemäß der größte Anteil der 100 betrachte­ten akquirierenden Unternehmen aus Deutschland stammt, während 34 in der Schweiz und nur 5 in Österreich ihren Sitz haben. Das durchschnittliche Transaktionsvolumen beträgt 2,9 Mrd. EUR.
Betrachtet man nun die Nennung der verschiedenen Motive, so wird ersichtlich, dass beinahe alle Unternehmen (96%) Synergieeffekte als Motiv für die Akquisition nennen. Auch das Wachstum im Kerngeschäft sowie die Steigerung des Shareholder Value sind bedeutende Motive, während die Sanierung nur in wenigen Fällen als Motiv aufscheint.

In einem weiteren Schritt werden die Akquisitionsmotive nach Branchen kategorisiert. Dabei wird eine grobe Klassifizierung in Banken und Versicherungen, Industrie und Dienstleistungsunternehmen getroffen.  Industrieunternehmen sind besonders darauf bedacht, im Kerngeschäft zu wachsen, während Dienstleis­tungsunternehmen stärker an der Steigerung des Shareholder Value sowie der Erlangung einer Markt­führerschaft interessiert sind.

Eine Analyse nach den Abschlussjahren der jeweiligen Transaktionen bringt einige Besonderheiten hervor. So wurde das Motiv Marktführerschaft im Laufe der Jahre immer wichtiger, während das Akquisitionsziel Diversifikation im Zeitablauf gesunken.

Abb.: Akquisitionsmotive akquirierender Unternehmen 2011-2016

 

 

Quelle: M&A Review 5/17